Themen, die uns alle angehen und was wir für kleine Wirtschaftsprüfungspraxen erreichen wollen

Unser Wahlprogramm für die Beiratswahl 2018

Beibehaltung und Stärkung der WPK als unsere Interessenvertretung

Die Wirtschaftsprüferkammer als Selbstverwaltungsinstitution ist die einzige Vertretung des gesamten Berufsstandes. Daher sollte sie auch die stärkste Stimme der Mitglieder sein. Die Wahrnehmung und das Gewicht der WPK bei Politikern und Ministerien zu stärken, ist uns deshalb ein besonderes Anliegen. Dies soll im nationalen und internationalen Kontext erfolgen.

 

Die WPK hat bereits in dieser Amtsperiode mit Unterstützung des derzeitigen Vorstandes ihren Einfluss über den Kontakt zu Politikern deutlich verstärkt und dadurch für den Berufsstand einige überbordende Regelungen abwenden können.

 

Der politische Einfluss der WPK ist von immenser Bedeutung. Er ermöglicht unter anderem eine wirksame Unterstützung bei unserer Forderung, dem qualitätsgefährdenden Preiswettbewerb in unserer Branche mit Augenmaß entgegen zu wirken.

 

Wir setzen uns für die Selbstverwaltung unseres Berufsstandes, die in den letzten Jahren immer wieder in EU-Gremien in Frage gestellt wurde, ein. Wir wollen keine behördliche Aufsicht - wir wollen eine berufständische Vertretung in Form der WPK . Erste Erfahrungen mit der APAS als Fachaufsicht zeigen, dass unsere Selbstverwaltung aufsichtsrechtlich und berufspolitisch sehr gut funktioniert und wir damit gut bedient sind.

 

Wir setzen uns für eine starke WPK ein, die stets unsere mittelständischen Interessen nach außen hin vertritt. Sie soll die Anlaufstelle für Vertreter kleiner Praxen bei allen beruflichen und fachlichen Fragen sein.

 

Unser Beruf ist mehr als denn je – insbesondere durch die Digitalisierung und die anhaltenden Regulierungsbestrebungen der EU – von starken Veränderungen geprägt. Uns ist es wichtig, dass der Berufsstand trotz unterschiedlicher Interessen in seiner Vielfalt erhalten bleibt und wir, als Freiberufler, auch in Zukunft unseren Beruf frei ausüben können. Dazu brauchen wir die WPK als eine neutrale Institution, die alle berufsständischen Interessen gleichmäßig berücksichtigt.

 

Innerhalb der WPK stehen wir für eine sachorientierte, offene Gremienarbeit. Im Verhältnis zur Rechts- und Fachaufsicht sowie zu Verbänden wollen wir uns für ein konstruktives und die Zukunft des Berufsstandes gestaltendes Miteinander einsetzen.

Zukunft gestalten – Nachwuchs fördern

 Die Nachwuchsgewinnung ist eine der zentralen Zukunftsfragen. Das Interesse am Beruf soll geweckt und seine Attraktivität gesteigert werden. Dazu sollen folgende Maßnahmen weiterhin durch die WPK unterstützt werden:

  • Erhöhung des Bekanntheitsgrades des Berufs an den Schulen und Hochschulen durch Präsenz der WPK und des Berufsstandes
  • Förderung von Studiengängen, die eine anwendungsgerechte und praxisorientierte Berufsausbildung für den WP-Beruf sicherstellen
  • Begleitung bei der Umsetzung des modularisierten WP-Examens
  • Begleitung des bereits gestarteten Projektes der Schaffung eines Fachwirtes für Prüfungswesen als Fortbildungsberuf
  • Unterstützung der WPK bei der Einführung des Syndikus-Wirtschaftsprüfers, der Syndikus-Wirtschaftsprüferin
  • Entwicklung von Konzepten in Wirtschaftsprüferpraxen, die dem Bedürfnis ihrer Mitarbeiter nach Ausgewogenheit von Arbeit und Privatleben gerecht werden
  • Ein ausgewogenes Konzept von Arbeit und Privatleben macht unseren Beruf wieder attraktiver als er von außen wahrgenommen wird und es gelingt uns wieder, junge Menschen für den Berufsstand zu begeistern.

Die kleinen Praxen bei der Digitalisierung unterstützen

Die WPK hat bereits heute die Notwendigkeit erkannt, ihre Mitglieder, insbesondere die kleinen und mittelständischen Praxen, auf dem Weg in die digitalisierte Welt zu unterstützen. Sie wird in Kürze auf Ihrer Website einen Digitalisierungskompass anbieten und hat eigens für Fragen ihrer Mitglieder in diesem Bereich einen Mitarbeiter eingestellt.

Wir werden in diesem Bereich sicher noch viele Fragen beantworten müssen. So z.B. werden Kanzleien mit nur wenigen Prüfungsmandaten Unterstützung beim Einsatz von Software, die eine effiziente und verhältnismäßige Prüfungsdurchführung in einer digitalisierten Welt gewährleistet, benötigen. Des Weiteren werden sich datenschutzrechtliche Fragestellungen bei der Umsetzung der Digitalisierung ergeben.

Wir möchten, dass die Wirtschaftsprüferkammer als Dienstleisterin kleine und mittelständische Praxen mit Beratung und Fortbildung auf dem Weg in das digitale Zeitalter unterstützt.

Unterstützung bei der Berufsausübung und Fortbildung durch die WPK

 Wir möchten uns in der nächsten Amtsperiode weiter dafür einbringen, dass die WPK als Beraterin ihrer Mitglieder und nicht in erster Linie als Aufsichtsbehörde wahrgenommen wird.

 

So ist beispielsweise im Berufsstand noch nicht überall angekommen, dass bei Fragen zur Berufsausübung der Mitglieder auf die Kompetenz der Mitarbeiter der WPK zurückgegriffen werden kann.

Seit dieser Amtsperiode werden von der WPK Seminare zur Qualitätssicherung angeboten. Dieser erfolgreiche Einstieg in die Fortbildung ihrer Mitglieder zur Unterstützung bei der verhältnismäßigen Umsetzung von Qualitätssicherungsmaßnahem als eine der Kernaufgaben der WPK soll fortgesetzt und ausgebaut werden.

 

Unterstützung der Mitglieder, insbesondere der kleinen Praxen, kostet Geld. Insoweit sehen wir keinen Sinn darin, ständig darüber zu diskutieren, ob die Mitgliedbeiträge gesenkt werden sollen. Die WPK soll finanziell so aufgestellt sein, dass sie ihrer Dienstleistungsrolle gerecht werden und den Mitgliedern bei der Facharbeit unabhängige Hilfe­stellung bieten kann. Dies ist viel wichtiger als ein paar Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr einzusparen.

Begleitung bei der Umsetzung von Qualitätssicherungsmaßnahmen, insbesondere in kleinen Praxen

Wir setzen uns dafür ein, dass kleine Praxen im Hinblick auf die Qualitätssicherung mutiger werden. Mutiger bei der Festlegung individuell sinnvoller Qualitätssicherungsmaßnahmen und bei der Anwendung einer angemessenen Dokumentation ihrer Prüfungshandlungen. Gesetz und Satzung der Wirtschaftsprüfer haben mit der Umsetzung der EU-Richtlinie den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz festgeschrieben. Bei Qualitätskontrollen kleiner Kanzleien ist erkennbar, dass sie sich mit der Anwendung angemessener qualitätssichernder Maßnahmen schwertun.

 

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, insbesondere kleinere Praxen dabei zu unterstützen, wieder Freude an der Prüfungstätigkeit zu haben, in dem sie Verhältnismäßigkeit bei gleichzeitiger Wahrung der Qualität leben. Damit können wir im Marktwettbewerb deutlich machen, dass unabhängig von der Größe der Wirtschaftsprüferpraxis, die Qualität aufgrund der Leistung aller Berufsangehörigen das gleiche exzellente Qualitätsniveau aufweist

Was wir nicht wollen

 Bei der Umsetzung unserer berufspolitischen Arbeit möchten wir keine Grabenkämpfe mit viel Geschrei. Wir wollen kon­struktiv an der Weiterentwicklung des Berufsstandes arbeiten und dies Interesse der mittelständischen Wirtschaftsprüfung.

 

Wir wollen keine Zwei-Klassen-Wirtschaftsprüferwelt, sondern WP 4.0 für den gesamten Berufstand! Die Einheitlichkeit des Auftretens und das Zusammenstehen aller Berufsträger für den Berufsstand ist für uns von wesentlicher Bedeutung.

 

Unabhängige und damit nur an der Sache orientierte Kolleginnen und Kollegen unserer Liste bieten daher das richtige Format, um die wich­tigen Entscheidungen für die Zukunft des Berufsstandes, insbesondere der kleinen und mittelständischen Wirtschaftsprüfer, voranzubringen.